Zur Bekämpfung der Obdach- und Wohnungslosigkeit hat das Land NRW vor wenigen Wochen ein Umsetzungskonzept zur Unterstützung von Kommunen und Trägern bei der Einführung lokaler Housing-First-Angebote vorgestellt. Ziel ist es, die landesweite Umsetzung von Housing-First-Projekten zu unterstützen. Wir erwarten, dass die Schaffung von Housing-First-Angeboten dadurch in Dortmund an Fahrt aufnimmt. Das Umsetzungskonzept stellt die wesentlichen Grundprinzipien und Anforderungen an Housing-First-Angebote dar und zeigt vor allem verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten und Finanzierungswege und Förderangebote auf.
Für uns als CDU-Fraktion markiert dies einen wichtigen Moment, da wir diesen Ansatz bereits seit Jahren verfolgen. Das Land hat den kommunalen Akteuren nun direkte Praxishilfe zur zielgerechten Konzeption und Umsetzung von Housing-First-Angeboten an die Hand gegeben. Wir erwarten, dass diese vor Ort auch genutzt wird, um wohnungslosen Menschen eine Chance zu geben.
Housing First ist ein Ansatz, mit dem wohnungslose Menschen in individuellen Problemlagen schnellstmöglich in eine eigene, dauerhafte Wohnung vermittelt werden und das ganz ohne Vorbedingungen oder Auflagen.
Bereits 2021 haben wir dafür gesorgt, dass der Housing First-Ansatz in das Dortmunder System der Wohnungslosenhilfe aufgenommen wird. 2023 haben wir nochmals auf die Wichtigkeit von Housing First aufmerksam gemacht und darauf hingewiesen, dass „Housing First“ nicht nur endlich umgesetzt, sondern kontinuierlich gestärkt und intensiviert werden muss. Wodurch ein zweijähriger Modellversuch auf den Weg gebracht wurde.
Die Umsetzung startete die GrünBau gGmbH im Herbst 2024. Der Bericht (Stand Dezember 2025) zur Weiterentwicklung der Hilfen für wohnungslose Menschen zeigt: 17 Menschen wurden ins Projekt aufgenommen, davon leben sechs Personen bereits in eigenem Wohnraum. Das ist ein Anfang aber deutlich zu wenig.
Das größte Problem dabei: die Wohnungsakquise. Der Markt ist angespannt und die Vermieter eher skeptisch.
Um den Housing First-Ansatz auch kommunal zu unterstützen hat das Land NRW mit dem Umsetzungskonzept auch spezifische Finanzierungsmöglichkeiten aufgezeigt, um Personen schnellstmöglich in dauerhafte Wohnungen vermitteln zu können. Neben der SozialstiftungNRW, welche eine ergänzende Finanzierung für Träger der Freien Wohlfahrtspflege anbietet und Neubau, Erwerb, Umbau und Sanierung fördert, bietet auch der Landschaftsverband Westfalen-Lippe eine Förderung bis 2027 an, bei der Träger der Freien Wohlfahrtspflege 40% für den Neubau/Erwerb und 30% Förderung für die Sanierung erhalten können.
Jetzt ist es wichtig die kommunalen Akteure – wie z.B. die Dortmunder Gesellschaft für Wohnen mbH (DOGEWO), die Dortmunder Stadtentwicklungsgesellschaft (DSG), private Vermieter und die freien Träger – zu aktivieren, um die Wahrscheinlichkeit erhöhen zu können, wohnungslose Personen in Wohnungen vermitteln zu können.
Wir sind der Meinung, dass der Housing First-Ansatz die Chance bietet, diejenigen Wohnungslosen zu erreichen, an denen die traditionelle Wohnungslosenhilfe bisher vorbeigeht, die an der gängigen Praxis des Stufenmodells (Nachweis der Wohnfähigkeit) scheitern und deshalb nicht dauerhaft in eine Wohnung finden.

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