Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
die Wirtschaftsförderung Dortmund hat im September 2026 erstmals eine umfassende Studie zum Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI)
in Dortmunder Unternehmen vorgestellt. An der Untersuchung beteiligten sich mehr als 500 Unternehmen. Die Ergebnisse zeigen eine
hohe grundsätzliche Offenheit gegenüber KI. Rund 80 Prozent der befragten Unternehmen sehen darin Chancen für ihr Geschäftsmodell.
Zugleich bestehen erhebliche Unterschiede beim tatsächlichen Einsatz und bei der Umsetzung entsprechender Anwendungen. Neben
der Frage, wie viele Unternehmen KI bereits nutzen, gewinnt zunehmend die Frage an Bedeutung, welchen messbaren wirtschaftlichen
Nutzen diese Technologie tatsächlich erzeugt. Ein aktuelles Beispiel liefert die Deutsche Telekom. Das Unternehmen hat im Rahmen
seines AI Investor Day am 5. Oktober 2026 konkrete wirtschaftliche Ziele für den KI-Einsatz veröffentlicht. Durch KI und Automatisierung
sollen bis 2030 gegenüber dem Vergleichsjahr 2023 rund 2,5 Milliarden Euro an indirekten Kosten eingespart werden. Gleichzeitig sollen
zusätzliche Umsätze und Qualitätsverbesserungen erreicht werden. Auch wenn diese Größenordnungen nicht auf mittelständische Unter-
nehmen übertragbar sind, verdeutlicht das Beispiel, dass sich der Einsatz von KI anhand konkreter wirtschaftlicher Kennzahlen bewerten lässt.
Für den Wirtschaftsstandort Dortmund stellt sich daher die Frage, wie die Erkenntnisse der vorliegenden KI-Studie künftig um eine regelmäßige
Betrachtung tatsächlicher Produktivitäts- und Wertschöpfungseffekte ergänzt werden könnten.
Quellen: Wirtschaftsförderung Dortmund https://www.dortmund.de/newsroom/nachrichten-dortmund.de/wirtschaftsfoerderung-legt-erstmals-ki-studie-fuer-dortmund-vor.html
Deutsche Telekom: https://www.telekom.com/de/newsroom/aktuelles/medieninformationen/2026/10/telekom-steigert-wachstum-effizienz-und-qualitaet-durch-einsatz
Vor diesem Hintergrund bittet die CDU-Fraktion die Verwaltung / die Wirtschaftsförderung Dortmund um die Beantwortung folgender Fragen:
- Wirtschaftlicher Nutzen der bisherigen KI-Anwendungen
Inwieweit wurden im Rahmen der Dortmunder KI-Studie bereits konkrete wirtschaftliche Effekte des KI-Einsatzes untersucht, beispielsweise
eingesparte Arbeitszeit, reduzierte Prozesskosten, Qualitätsverbesserungen oder zusätzliche Umsätze?
- Messbarkeit von Produktivitätssteigerungen
Welche Möglichkeiten sieht die Wirtschaftsförderung, die wirtschaftlichen Auswirkungen des KI-Einsatzes in Dortmunder Unternehmen
künftig anhand vergleichbarer Kennzahlen systematisch zu erfassen?
- Regelmäßiges KI-Produktivitätsmonitoring
Wäre es aus Sicht der Wirtschaftsförderung sinnvoll und mit vertretbarem Aufwand möglich, die bestehende KI-Studie zu einem regelmäßigen
„KI-Produktivitätsbarometer Dortmund“ weiterzuentwickeln?
Dabei könnten insbesondere folgende Kennzahlen betrachtet werden:- Investitionsvolumen der Unternehmen in KI-Anwendungen
- Anzahl und Art KI-gestützter beziehungsweise automatisierter Prozesse
- Nachweisbare Zeit- und Kosteneinsparungen
- Zusätzliche Umsätze beziehungsweise Wertschöpfung
- Wirtschaftlichkeit und Amortisationsdauer der Investitionen
- Unterschiede zwischen Branchen und Unternehmensgrößen
Lassen die bisherigen Studienergebnisse bereits erkennen, in welchen Branchen und Unternehmensgrößen der KI-Einsatz besonders weit fortgeschritten ist?
Könnte ein künftiges Monitoring auch aufzeigen, wo die größten wirtschaftlichen Potenziale beziehungsweise Unterstützungsbedarfe bestehen?
- Kooperationen und wissenschaftliche Begleitung
Welche Möglichkeiten bestehen, ein solches Monitoring gemeinsam mit der IHK zu Dortmund, den Hochschulen, den Fraunhofer-Instituten und interessierten
Unternehmen aufzubauen und wissenschaftlich zu begleiten?
- Wirkung der kommunalen Wirtschaftsförderung
Inwieweit könnte ein entsprechendes Monitoring zusätzlich dazu beitragen, die Wirksamkeit bestehender Beratungs-, Vernetzungs- und Förderangebote zu
bewerten, insbesondere hinsichtlich der dadurch ausgelösten privaten Investitionen und nachweisbaren Produktivitätssteigerungen?
Ziel der Anfrage ist es, auf Grundlage der bereits durchgeführten Dortmunder KI-Studie zu prüfen, ob und wie sich die wirtschaftlichen Auswirkungen
des KI-Einsatzes künftig systematisch und mit vertretbarem Aufwand erfassen lassen. Damit könnte dem Ausschuss perspektivisch eine zusätzliche
Datengrundlage zur Verfügung stehen, um die Entwicklung der KI-Nutzung, die damit verbundenen Produktivitätsgewinne und den Nutzen entsprechender
Wirtschaftsförderungsmaßnahmen für den Standort Dortmund nachvollziehen zu können.

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