Einbahnstraßenregelung „Am Zehnthof" muss weg!

10.06.2026

Die CDU-Fraktion fordert die umgehende Aufhebung der Einbahnstraßenregelung „Am Zehnthof" und stellt sich klar an die Seite der betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner. Die Entscheidung der Unfallkommission ist für uns nicht nachvollziehbar, nicht verhältnismäßig und sie widerspricht einem ausdrücklichen Beschluss der Bezirksvertretung Innenstadt-Ost. Wir werden uns im Ausschuss für Mobilität, Infrastruktur und Grün sowie in der Bezirksvertretung dafür einsetzen, dass diese Entscheidung kurzfristig auf den Prüfstand kommt.

Politik hat bereits klar entschieden, die Verwaltung ignoriert es:
Was viele nicht wissen: Diese Debatte ist nicht neu. Bereits im Juni 2025 lag der Bezirksvertretung Innenstadt-Ost eine Verwaltungsvorlage zur Verkehrsführung am Zehnthof vor. Auf Antrag der CDU-Fraktion hat die Bezirksvertretung damals mehrheitlich beschlossen, alle vorgeschlagenen Verkehrsänderungen abzulehnen und klargestellt, dass sie keine Veränderung der Verkehrsführung an der Unterführung wünscht, bis das Brückenbauwerk der S-Bahn erneuert und die lichte Weite der Unterführung ausgeweitet wurde. Die Verwaltung zog daraufhin die Vorlage zurück.
Leider verläuft das Vorgehen der Verwaltung in dieser Sache wie die Straße selbst – als Einbahnstraße: Denn die vom Tiefbauamt eingerichtete Unfallkommission hat im März 2026 dennoch genau die Maßnahme beschlossen, die die Politik zuvor klar abgelehnt hatte und das ohne erneute Befassung des zuständigen Ausschusses.

Sicherheit ja, aber nicht auf Kosten der Anwohner:
Seit dem 08. Mai 2026 gilt am Zehnthof die Einbahnregelung, die die Durchfahrt in Richtung Nord unterbindet. Unser fachpolitischer Sprecher im Ausschuss für Mobilität, Infrastruktur und Grün, Christian Barrenbrügge betont: „Wir zweifeln nicht daran, dass Sicherheit ein legitimes Ziel ist. Was wir jedoch ablehnen, ist eine Maßnahme, die das Problem nicht löst, sondern ins Wohnviertel verlagert.“
Dabei hat die städtische Mobilitätsplanung bereits 2022 selbst festgestellt: Eine Sperrung der Unterführung am Zehnthof würde den gesamten Verkehr auf die Semerteichstraße und den Nußbaumweg verlagern – Straßen, deren Zubringer für diese Mehrbelastung nicht ausgelegt sind. Die eigene Verwaltung hat damals empfohlen, keine Sperrung vorzunehmen. Warum diese Einschätzung nun ignoriert wird, ist nicht nachvollziehbar.

Intelligente Lösungen statt pauschaler Sperrung:
Weiterführend macht Christian Barrenbrügge deutlich: „Wir sind davon überzeugt, dass moderne Verkehrstechnik hier die bessere Antwort ist. Eine bedarfsgesteuerte Ampelanlage, die den motorisierten Verkehr nur dann anhält, wenn sich Radfahrerinnen und Radfahrer im Kreuzungsbereich befinden, würde beiden Seiten gerecht werden – ohne Umwege, ohne Chaos in den Nebenstraßen, ohne unnötige CO₂-Belastung im Quartier. Eine Sperrung muss immer das letzte Mittel sein – nicht das Einfachste.“

Bürger haben das Wort ergriffen – wir hören zu:
Die breite Resonanz aus der Bürgerschaft zeigt, wie groß der Unmut über diese Entscheidung ist. Eine Petition mit zahlreichen Unterschriften und ein formeller Widerspruch beim Tiefbauamt belegen: Das ist kein Einzelprotest, sondern der geschlossene Wille eines Stadtviertels. Wir nehmen dieses Signal ernst. Gute Verkehrspolitik entsteht nicht am Schreibtisch, sie entsteht im Dialog mit den Menschen, die täglich betroffen sind.

Dass die Unfallkommission diesen Weg offenbar nicht ernsthaft geprüft hat, ist für uns weder nachvollziehbar noch akzeptabel. Eine Vollsperrung muss immer das letzte Mittel sein, nicht das Einfachste.

Wichtig ist jetzt eine zeitnahe Überprüfung der Entscheidung der Unfallkommission. Denn das Ziel sollte eine Lösung sein, die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer schafft, ohne ein Wohnviertel dafür in Mitleidenschaft zu ziehen. Deshalb haben wir beim Oberbürgermeister formell Akteneinsicht in den vollständigen Verwaltungsvorgang beantragt, einschließlich aller Unterlagen der Unfallkommission und werden das Thema zum Gegenstand der nächsten Sitzung des Ausschusses für Mobilität, Infrastruktur und Grün (AMIG) am 30.06.2026 machen.