GRÜNE und CDU wollen Erweiterung der Öffnungszeiten des Drogenkonsumraums

GRÜNE und CDU wollen Erweiterung der Öffnungszeiten des Drogenkonsumraums
29.09.2022

 

 

Die Fraktionen von BÜNDNIS  90/DIE GRÜNEN und CDU wollen die Öffnungszeiten des Drogenkonsumraums und des Café Kick erweitern. Die beiden Fraktionen haben inzwischen einen entsprechenden Antrag für die nächste Sitzung des Sozialausschusses gestellt. Die Verwaltung soll dabei zunächst gemeinsam mit der aidshilfe Dortmund e.V. verschiedene Modelle der Ausweitung prüfen und darstellen, welche Mehrkosten je nach Modell auf die Stadt zukommen würden.

„Vor kurzem hat der Sozialausschuss beschlossen, die Nutzung des Drogenkonsumraums probeweise auch für Menschen zu öffnen, die nicht in Dortmund leben oder sich nicht entsprechend ausweisen können. Sie müssen ihre Drogen nun nicht mehr im Umfeld konsumieren. Die Erweiterung der Öffnungszeiten des Raums und des Cafe Kick ist für uns ein weiteres Instrument, um noch mehr Konsumvorgänge weg von der Straße und rein in die Einrichtung zu holen. Das hilft ganz konkret vielen Abhängigen und nutzt gleichzeitig dem Umfeld“, so Benjamin Beckmann, Mitglied der GRÜNEN im Sozialausschuss.

Nach einer Auflistung der aidshilfe gibt es im Dortmunder Drogenkonsumraum mit ca. 4500 Konsumvorgängen im Monat die zweithöchste Nutzungszahl an Konsumvorgängen in NRW. Nur in Düsseldorf ist die Zahl mit ca. 5500 Vorgängen höher. Gleichzeitig liegen aber die Öffnungszeiten in Dortmund mit aktuell 38 Stunden in der Woche nur im mittleren bis unteren Bereich. In Essen ist der Raum 71 Stunden in der Woche geöffnet, in Düsseldorf 69 Stunden und in Bielefeld 55 Stunden.

„Der Drogenkonsumraum in der Dortmunder Innenstadt schließt momentan bereits nachmittags um 16.00 Uhr – dienstags und sonntags schon um 14.00 Uhr“, berichtet Thomas Bahr, sozialpolitischer Sprecher der CDU. „Nach Schließung der Einrichtung stehen den drogengebrauchenden Menschen die Hilfs- und Beratungsangebote des Drogenkonsumraums nicht mehr zur Verfügung. Insbesondere können die Mitarbeitenden keine Nothilfe leisten. Eine Konsequenz daraus ist, dass sich drogenkonsumierende Menschen nach der Schließung in das nähere Umfeld zurückziehen und ihre Drogen in Hauseingängen, Tiefgaragen (-einfahrten), Seitenstraßen und U-Bahnbereichen konsumieren - mit allen daraus resultierenden Folgen und Beschwerden. Das wollen wir verändern.“

Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat zuletzt die Klage einzelner Immobilieneigentümer gegen die dortige Ansiedlung des Drogenkonsumraums abgewiesen.

„Nun besteht die Möglichkeit, die Öffnungszeiten des Drogenkonsumraums in Zusammenarbeit mit der aidshilfe so zu erweitern, dass drogenkonsumierende Menschen auch nach 16.00 Uhr ihre Drogen geschützt und unter hygienischen Bedingungen zu sich nehmen können“, so Benjamin Beckmann und Thomas Bahr abschließend.