Historische Einordnung von Kriegerdenkmalen im öffentlichen Raum

21.04.2026

Sehr geehrter Herr Bezirksbürgermeister,

für die nächste Sitzung der Bezirksvertretung Dortmund-Hörde stellt die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung folgenden Antrag

Beschlussvorschlag:

Die Bezirksvertretung Dortmund-Hörde beauftragt die Verwaltung zu prüfen und ein Konzept vorzulegen,
wie Kriegerdenkmale im Stadtbezirk Hörde durch ergänzende Hinweistafeln und QR-Codes historisch eingeordnet werden können.

Ziel ist es,

  1. die Denkmale in einen kritischen historischen Kontext zu stellen,
  2. sie als Mahnmale für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft verständlich zu machen und
  3. einer Instrumentalisierung durch extremistische oder revisionistische Gruppen entgegenzuwirken.

Dabei soll die Verwaltung prüfen, an welchen Denkmälern im Stadtbezirk entsprechende Informationstafeln mit QR-Codes
zu weiterführenden digitalen Inhalten angebracht werden können.

Bei der inhaltlichen Ausarbeitung sollen lokale Historiker, Geschichtsinitiativen sowie Dortmunder Bildungseinrichtungen einbezogen werden.


Begründung:

Im Stadtbezirk Hörde befinden sich mehrere Kriegerdenkmale, die überwiegend nach dem Ersten Weltkrieg
und dem Zweiten Weltkrieg errichtet wurden. Diese Denkmale spiegeln häufig den gesellschaftlichen Zeitgeist ihrer Entstehungszeit
wider und enthalten teilweise Formulierungen oder Symboliken, die ohne Einordnung missverständlich wirken können.


In den vergangenen Jahren ist bundesweit zu beobachten, dass solche Orte teilweise von rechtsextremen Gruppierungen
für geschichtsrevisionistische oder kriegsverherrlichende Inszenierungen genutzt werden. Ohne erklärende Einordnung
besteht die Gefahr, dass diese Denkmale missinterpretiert oder politisch instrumentalisiert werden.

Eine sachliche historische Kontextualisierung durch Hinweistafeln und digitale Informationsangebote kann dazu beitragen,

  • die Denkmale als Orte des Gedenkens an die Opfer von Krieg und Gewalt zu verstehen,
  • historische Zusammenhänge transparent zu machen und
  • einer ideologischen Vereinnahmung entgegenzuwirken.

Mehrere deutsche Städte haben mit solchen Formen der kontextualisierten Erinnerungskultur bereits positive Erfahrungen gemacht.
Auch für den Stadtbezirk Hörde bietet sich hier die Chance, Erinnerungskultur, politische Bildung und Demokratieförderung
sichtbar im öffentlichen Raum zu stärken.