Die Realisierung des Projektes "Sportpark Scharnhorst" ist im Rahmen der letzten Sitzung des Rates der Stadt Dortmund (26. März 2026) ins Stocken geraten.
Das einzig herausragende Bau-Projekt des Stadtbezirks Scharnhorst – der Sportpark Scharnhorst wird mit rund 10 Mio. € geplant – war in der Sitzung der Bezirksvertetreung Scharnhorst am 03. Februar 2026 einhellig von allen Bezirksvertretern begrüßt worden. Der Sportpark Scharnhorst ist schon seit rund zehn Jahren im Gespräch – seither hat es Workshops und zahlreiche Gespräche mit Schulen und Sportvereinen über die Nutzung und Gestaltung gegeben. Bei der Diskussion des Projektes wurde seitens der Verwaltung zuletzt aber ausdrücklich auf den großen Finanzbedarf bei gleichzeitig angespannter Haushaltslage hingewiesen.
"Uns wurde bedeutet, dass das Projekt bei der aktuellen Haushaltslage noch nicht "in trockenen Tüchern sei" und noch nach Finanzierungswegen gesucht werden müsse," erklärt Jürgen Focke, Vorsitzender der CDU in der BV Scharnhorst rückblickend. "Umso erfreuter waren wir, als die Verwaltung in der letzten Sitzung vorschlug, die Finanzierung im Rahmen der Infrastruktur-Milliarde aus dem Sondervermögen, das der Bundestag im vergangenen Jahr beschlossen hat, abzuwickeln," sagt der Vorsitzende der CDU Ortsunion Scharnhorst, Florian Weißberg.
Die Verwaltungsvorlage mit dem sperrigen Titel "Umsetzung eines Gesetzes zur Finanzierung von Infrastrukturmaßnahmen von Ländern und Kommunen" – Drs.-Nr. 01041-26 - umfaßt insgesamt 57 Projekte mit einer Gesamtfördersumme von 357 Mio. €. Eine solche Zusammenfassung von Förderprojekten ist in den vergangenen Jahren bei der Abwicklung von Programmen von Bund oder Land erfolgreich angewandt worden. Durch die gesammelte Bearbeitung der Projekte - bei laufender Berichterstattung an die politischen Gremien - anstatt von detaillierten Einzelentscheidungen hat sich die Realisierung der Vorhaben beschleunigen lassen.
Doch eine Mehrheit der Ratsmitgliedern von SPD, Grünen und Linken hat in der Ratssitzung überraschend einen Antrag eingebracht, der von dieser Praxis abweichen will: Alle Projekte, die ein Investtionsvolumen von 3 Mio.€ oder mehr aufweisen, sollen nun aus der Gesamtbetrachtung ausgenommen und die Verwaltung jeweils zu einer Einzelberatung in der Politik verpflichten werden.
In der Diskussion im Ratssaal meldeten sich auch die Verwaltungsspitzen zu Wort. Baubeigeordneter Rybicki hat auf das eingeübte Verfahren und den Zeitgewinn bei der Umsetzung hingewiesen – Kämmerer Stüdemann warnte vor eintretenden Bauverzögerungen. Nach seiner Auffassung sorge eine Bauverzögernung von einem Jahr zu Kostensteigerungen von rund 5 % für jedes Projekt. Der Verwaltungslauf durch die politischen Gremien, die im Einzelfall zu beteiligen seien, würde um rund neun Monate länger dauern als der vorgeschlagene Weg. Daraufhin verzichtete die linke Mehrheit im Rat auf die Beratung de Projekte über 3 Mio. Kosten aus den Bereichen Schulen und Kitas.
Damit sind nur noch fünf Projekte für eine zeitverzögernde Einzelberatung vorgesehen – darunter eben der Sportpark Scharnhorst!
Thomas Offermann, CDU-Bezirksvertreter und Vorsitzender seiner Partei für den Stadtbezirk ist enttäuscht:
"Hier wurde im Rat durch SPD, Grüne und Linke das Kind mit dem Bade ausgekippt. Offenbar ohne Kenntnis über die Details wurde das Projekt unter Sonstiges eingeordnet. Der Sportpark Scharnhorst gehört nach unserer Auffassung aber in den Bereich Schulen, denn neben dem Ersatz des Aschensportplatzes des FV Scharnhorst werden hiermit vor allem die Außensportanlagen der Gesamtschule Scharnhorst auf Vordermann gebracht! "
Die CDU in der Bezirksvertretung Dortmund-Scharnhorst will die Entscheidung des Rates aber nicht so einfach hinnehmen.
"Wir werden für die nächste Sitzung der Bezirksverterung einen Antrag einbringen, der den Rat auffordert, das Projekt "Sportpark Scharnhorst" aus der Einzelberatungsliste zu streichen und in die Sammelliste aufzunehmen," kündigt Jürgen Focke eine Intiative der CDU für die Sitzung am 19. Mai 2026 an.

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