Maßnahmen am/im Drogenkonsumraum umsetzen, um Situation zu entspannen

Maßnahmen am/im Drogenkonsumraum umsetzen, um Situation zu entspannen
27.05.2022

Die Fraktionen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU stellen zum nächsten Sozialausschuss einen Antrag, der darauf zielt, negative Begleiterscheinungen des Drogenkonsumraums entgegenzuwirken. Denn - in der öffentlichen Diskussion um die Situation in der Innenstadt
ist der Standort des Drogenkonsumraums in die Kritik geraten. Gewerbetreibende am oberen Westenhellweg hatten sich zuletzt massiv über drogenkonsumierende Menschen beschwert, die sich in den dortigen Hinterhöfen, Parkhäusern und Fluren aufhielten.
 
„Der Drogenkonsumraum ist ein nicht verzichtbares, überlebenswichtiges Instrument im guten Dortmunder Hilfesystem. Die Zahl der Drogen-
toten in Dortmund ist seit der Eröffnung des Drogenkonsumraums drastisch gesunken - und das, obwohl seit zehn Jahren bundesweit die Zahlen
steigen. Das zeigt: Der Konsumraum rettet Menschenleben“, spricht sich der Vorsitzende des Sozialausschusses, Ulrich Langhorst, für den Drogenkonsumraum am jetzigen Standort aus.
  
In einer Stellungnahme auf Anfrage der Fraktionen von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN und CDU kommt die Verwaltung zu dem Ergebnis, dass eine
Suche nach einem anderen geeigneten Standort für den Drogenkonsumraum sowie dessen Einrichtung und Genehmigung mehrere Jahre in An-
spruch nehmen würden.  
 
„Um die Situation zeitnah zu entspannen, müssen deshalb die Rahmenbedingungen des Konsumraums optimiert werden. Der Ausschuss hat sich
in dieser Wahlperiode bereits mit der Frage der Wohnsitzauflage beschäftigt. Aktuell sind auswärtige Drogenabhängige oder Dortmunder Nutzer-
Innen ohne Wohnsitznachweis gezwungen, ihre erworbenen Drogen im näheren und weiteren Umfeld der Einrichtung zu konsumieren. Das ist nicht
nur eine gesundheitliche Gefährdung der KonsumentInnen, sondern führt auch zu Begleiterscheinungen, die aktuell öffentlich diskutiert werden“,
fasst Thomas Bahr, sozialpolitischer Sprecher der CDUFraktion, die momentane Situation zusammen.
 
„Die Ermöglichung des Zugangs für Menschen, die aktuell aufgrund der Wohnsitzauflage den Konsumraum nicht nutzen können, bietet die Chance,
die Konsumvorgänge im Umfeld deutlich zu reduzieren und damit die aktuelle Situation zu verbessern. Dies sollte modellhaft für eine bestimmte Zeit erprobt werden“, ergänzt Langhorst. Und, in diesem Zusammenhang ergibt es auch Sinn, einen anderen Zugang zum Drogenkonsumraum zu prüfen,
um durch eine mögliche Verlegung des Eingangs den Bereich in der Martinstraße zu entlasten.“